Was sind Heißarbeiten? Definition, Beispiele & Brandschutz

10. September 2026

Aman Momand
Geschäftsführer

Inhaltsverzeichnis

Zum Glossar
Was sind Heißarbeiten

Heißarbeiten sind Tätigkeiten, bei denen durch Hitze, Flammen, Funken oder hohe Temperaturen eine erhöhte Brand- oder Explosionsgefahr entsteht. Dazu gehören vor allem Verfahren wie Schweißen, Brennschneiden, Trennschleifen und Löten. Solche Arbeiten werden häufig in der Metallverarbeitung, im Baugewerbe, bei Montagearbeiten und bei Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Je nach Gefährdung sind besondere Schutzmaßnahmen erforderlich, zu denen auch eine Brandwache gehört.

 

Was zählt zu Heißarbeiten?

Zu den klassischen Heißarbeiten gehören alle Montageverfahren, bei denen offene Flammen, große Hitze, starke Reibung oder Lichtbögen zum Einsatz kommen. Dazu zählen unter anderem:

  • Schweißen: Fügen von Werkstoffen durch Wärme oder Wärme und Druck, häufig unter Verwendung eines Lichtbogens oder einer Gasflamme.
  • Schneiden: Trennen von Werkstoffen durch thermische Verfahren, beispielsweise Brennschneiden.
  • Trennschleifen: Bearbeitung und Trennung von Werkstoffen durch rotierende Schleifmittel, wobei Funken und heiße Partikel entstehen können.
  • Löten: Fügen von Werkstoffen mithilfe eines geschmolzenen Zusatzwerkstoffs.
  • Weitere thermische Arbeiten: Je nach Gefährdung können auch Auftauen, Erwärmen oder vergleichbare Tätigkeiten als feuergefährliche Arbeiten behandelt werden.

Das erhöhte Risiko bei solchen Arbeiten besteht darin, dass Funken, Schweißperlen oder Wärme in angrenzende Bereiche gelangen können. Auch brennbare Stoffe (sogenannte Brandlasten), die sich nicht unmittelbar an der Arbeitsstelle befinden, können dadurch entzündet werden. Öffnungen, Fugen, Schächte und Durchbrüche können dazu führen, dass Funken in andere Gebäudebereiche gelangen.

 

Was ist ein Erlaubnisschein für Heißarbeiten?

Werden Heißarbeiten in einem brandgefährdeten Bereich durchgeführt, ist in der Regel vor Beginn eine schriftliche Schweißerlaubnis beziehungsweise ein Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten erforderlich. Die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) stellt mit dem FBFHB-008 einen aktuellen Muster-Erlaubnisschein zur Verfügung. Dieser enthält unter anderem Angaben zum Arbeitsort, Arbeitsauftrag, Arbeitszeit, Art der Arbeiten und den erforderlichen Schutzmaßnahmen.

Der Erlaubnisschein wird nicht einfach von der ausführenden Person selbst ausgestellt. Verantwortliche des Betriebs beziehungsweise der Auftraggeber prüfen zunächst die konkrete Gefährdung und legen die notwendigen Schutzmaßnahmen fest. Dazu können beispielsweise das Entfernen brennbarer Gegenstände, das Abdecken nicht entfernbarer Materialien, das Abdichten von Öffnungen sowie das Bereitstellen geeigneter Feuerlöscheinrichtungen gehören. Auch die erforderliche Brandwache wird im Erlaubnisschein festgelegt.

Bei regelmäßig wiederkehrenden, gleichartigen Arbeiten unter vergleichbaren Bedingungen können die erforderlichen Schutzmaßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen auch in einer Betriebsanweisung festgelegt werden.

 

Wann wird eine Brandwache bei Heißarbeiten benötigt?

Die Brandwache ist eine wichtige Schutzmaßnahme bei Heißarbeiten. Sie besteht meist aus zwei Phasen: der Überwachung während der Arbeiten und der Nachkontrolle nach dem Ende der Heißarbeiten. Bei erhöhtem Absicherungsbedarf kann für diese Aufgabe auch ein professioneller Sicherheitsdienst eingesetzt werden, der geeignete Brand- bzw. Schweißposten bereitstellt.

 

Schweißposten während der Arbeiten

Während der Heißarbeiten übernimmt ein Brandposten beziehungsweise Schweißposten die Überwachung des gefährdeten Bereichs. Seine Aufgabe besteht darin, eine mögliche Brandentstehung frühzeitig zu erkennen und einen Entstehungsbrand mit geeigneten Löschmitteln zu bekämpfen beziehungsweise unverzüglich weitere Hilfe zu veranlassen. Der Brandposten muss deshalb mit den örtlichen Gefahren, den vorhandenen Feuerlöscheinrichtungen und den Alarmierungswegen vertraut sein. Die DGUV-Regel 100-500 gibt außerdem vor, dass der Brandposten in der Durchführung eines Löscheinsatzes geübt sein soll.

Zu den Aufgaben der Schweißposten gehört es auch, den Umkreis vor Beginn der Arbeiten möglichst von Brandlasten zu befreien. Dazu müssen brennbare Materialien und auch Staub im betroffenen Arbeitsbereich entfernt oder feuersicher abgedeckt werden. Je nach Art der Heißarbeiten kann der Radius für diese Sicherheitsvorkehrung bis zu 20 Meter betragen.

Bei geringer Brandgefährdung kann die Aufgabe des Brandpostens unter bestimmten Voraussetzungen auch auf den Schweißer übertragen werden. Ob dies zulässig ist, wird im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung beziehungsweise der Schweißerlaubnis festgelegt.

 

Nachkontrolle nach Abschluss der Heißarbeiten

Mit dem Ende der Schweiß- oder Schneidarbeiten ist die Brandgefahr nicht automatisch beseitigt. Glimmnester oder erhitzte Bauteile können zeitverzögert einen Brand auslösen. Deshalb ist nach den Arbeiten eine Nachkontrolle durch eine Brandwache erforderlich, wenn die Gefährdungsbeurteilung dies vorsieht.

Dabei wird der Arbeitsbereich einschließlich angrenzender und möglicherweise gefährdeter Bereiche wiederholt auf Glimmnester, verdächtige Erwärmungen und Rauchentwicklung kontrolliert. Nach der DGUV soll die Kontrolle für die folgenden Stunden erfolgen, bis eine weitere Brandentwicklung ausgeschlossen werden kann. Bei der Überwachung können je nach Situation auch technische Hilfsmittel wie Wärmebildkameras oder mobile Brandmelder eingesetzt werden.

 

Warum ist die Brandwache bei Heißarbeiten so wichtig?

Die Kombination aus Schutzmaßnahmen vor Beginn, Brandposten während der Heißarbeiten und Nachkontrolle danach soll verhindern, dass aus einem zunächst unbemerkten Entstehungsbrand ein größerer Schaden entsteht. Die Brandwache ist dabei kein Ersatz für andere Schutzmaßnahmen. Brennbare Materialien müssen nach Möglichkeit entfernt oder geschützt, Öffnungen abgedichtet und geeignete Löschmittel bereitgestellt werden. Weitere Hinweise zur Brandwache bei Schweißarbeiten findest du in unserem Ratgeber.

Egal, wie routiniert oder erfahren die zuständigen Handwerker sind: Heißarbeiten wie Schweißen, Schneiden und Löten bergen immer besondere Brandgefahren. Außerhalb dafür vorgesehener Arbeitsplätze müssen die Arbeiten deshalb besonders abgesichert werden. Ein Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten dokumentiert die erforderlichen Schutzmaßnahmen. Je nach Gefährdung gehören dazu ein Schweiß- beziehungsweise Brandposten während der Arbeiten und eine Brandwache für die anschließende Nachkontrolle.

Golden Eye stellt Brandwachen zur Absicherung von Heißarbeiten bundesweit bereit. Entsprechende Einsätze übernehmen wir unterem anderem mit unserer Brandwache in Berlin, Brandwache in Frankfurt und Brandwache in Hannover.

 

Mehr Lesen

Kennen Sie schon diese Artikel?

Zuverlässiger Schutz in Rekordzeit – überall in Deutschland

Ihr Sicherheitsbedürfnis hat oberste Priorität: Mit DEKRA-zertifizierten Lösungen, geschultem Personal und modernster Technik sind wir Ihr verlässlicher Partner. Egal ob Brandwache, Baustellenüberwachung oder Personenschutz – wir sind 24/7 für Sie da und innerhalb von 1-3 Stunden deutschlandweit einsatzbereit.