Ein Wachdienst ist eine professionelle Sicherheitsdienstleistung zum Schutz von Personen, Gebäuden, Grundstücken, Veranstaltungen und Sachwerten. Abhängig vom konkreten Sicherheitsbedarf kann ein Wachdienst verschiedene Aufgaben erfüllen. Zu den klassischen Einsatzformen gehören die Standwache, der Streifendienst und der Separatwachdienst.
Welche Form des Wachdienstes eingesetzt wird, hängt unter anderem vom Schutzobjekt, der Gefährdungslage, den vorgesehenen Kontrollintervallen und den Anforderungen des Auftraggebers ab. Die verschiedenen Arten des Wachschutzes unterscheiden sich vor allem darin, wo der Sicherheitsmitarbeiter eingesetzt wird, wie die Überwachung organisiert ist und welche einzelnen Aufgaben es zu erfüllen gilt.
Oft wird der Begriff Wachdienst auch als Synonym für das Wort Sicherheitsdienst verwendet, beschreibt dann aber nicht die Bewachungs-Dienstleistung, sondern den Dienstleister.
Was macht ein Wachdienst?
Die grundlegende Aufgabe eines Wachdienstes besteht darin, Sicherheitsrisiken zu erkennen, Angreifer und Eindringlinge abzuschrecken, unbefugte Handlungen möglichst zu verhindern und bei sicherheitsrelevanten Ereignissen nach festgelegten Abläufen zu reagieren.
Um das zu gewährleisten, übernimmt der Wachdienst verschiedene Tätigkeiten:
- Kontrolle von Personen und Zutrittsberechtigungen
- Kontrolle von Türen, Toren und Zufahrten
- Überwachen von Gebäuden und Grundstücken
- Durchführen von Kontrollgängen
- Melden und Dokumentieren von Auffälligkeiten
- Schutz vor Diebstahl und Vandalismus
- Überwachung definierter Sicherheitsbereiche
- Einleitung vereinbarter Maßnahmen bei Alarmen
In einem gesonderten Artikel gehen wir ausführlich darauf ein, wo sich professioneller Wachdienst lohnt.
Was bedeutet Wachdienst bei der Polizei?
Die Bezeichnung Wachdienst findet sich auch oft in offiziellen Tätigkeitsbeschreibungen der Polizeiarbeit. In diesem Zusammenhang wird der Begriff Wachdienst verwendet, um den normalen Schichtdienst auf einem Polizeirevier zu beschreiben. Aufgabe des polizeilichen Wachdienstes ist es, Anlaufstelle für Besucher zu sein, Streifen- und Einsatzdienste zu organisieren und Notrufe anzunehmen.
Einsatz von Standwachen
Bei einer Standwache befindet sich der Sicherheitsmitarbeiter dauerhaft oder für einen festgelegten Zeitraum an einem bestimmten Standort. Er verlässt seinen zugewiesenen Bereich grundsätzlich nicht oder nur im Rahmen ausdrücklich definierter Aufgaben.
Die Standwache eignet sich insbesondere für Objekte oder Bereiche, bei denen eine ständige personelle Präsenz erforderlich ist. Typische Einsatzorte sind beispielsweise Eingänge von Unternehmensgebäuden, Baustellen, Zufahrten, Empfangsbereiche, Produktionsstätten oder besonders schützenswerte Einrichtungen.
Aufgaben einer Standwache
Die häufigste Aufgabe bei Standwachen ist die Überwachung eines Eingangs oder einer Zufahrt. Zudem sind Wachschutzkräfte auch für die Kontrolle von Zutrittsberechtigungen und die Besucher- und Lieferantenkontrolle zuständig. Bei dieser Arbeit hat das Sicherheitspersonal zahlreiche Interaktionen mit Personen im Unternehmen oder von außerhalb. Die notwendigen Kommunikationskompetenzen müssen daher vorab geprüft werden.
Was dem Wachpersonal außerdem obliegt, ist die Beobachtung des unmittelbaren Umfelds, die engmaschige Überwachung bestimmter Sicherheitsbereiche, die Entgegennahme und Weiterleitung von Meldungen und die Reaktion auf definierte Alarme. Auch die fachgerechte Dokumentation besonderer Vorkommnisse gehört zum Aufgabenfeld von Standwachen.
Ein wesentlicher Vorteil der Standwache ist die sichtbare und kontinuierliche Präsenz. Allein die Anwesenheit eines Sicherheitsmitarbeiters kann eine präventive Wirkung haben und potenzielle Störungen oder unbefugte Zutrittsversuche verhindern.
Wachdienst auf Streife
Beim Streifendienst bewegt sich der Sicherheitsmitarbeiter innerhalb eines festgelegten Bereichs und kontrolliert verschiedene Punkte. Im Gegensatz zur Standwache ist er also nicht dauerhaft an einem einzigen Standort gebunden.
Streifen können zu Fuß oder mit einem Dienstfahrzeug durchgeführt werden (Fahrzeugpatrouille). Dabei werden zuvor definierte Kontrollpunkte überprüft. Je nach Sicherheitskonzept können die Kontrollzeiten und Routen regelmäßig oder variabel gestaltet werden.
Typische Aufgaben einer Streife
Bei einem Kontrollgang prüfen Sicherheitsmitarbeiter, ob Türen, Tore und Fenster ordnungsgemäß verschlossen sind, ob sich unbefugte Personen auf dem Gelände befinden, ob Beschädigungen oder Einbruchspuren vorhanden sind, ob technische oder sicherheitsrelevante Auffälligkeiten vorliegen,
ob Flucht- und Rettungswege frei sind und ob Außenbereiche ordnungsgemäß gesichert sind.
Eine besondere Form des Streifendienstes ist der Revier- oder Interventionsdienst. Hier werden mehrere Objekte durch einen Sicherheitsmitarbeiter kontrolliert. Dadurch kann eine personelle Sicherheitspräsenz an mehreren Standorten gewährleistet werden, ohne jeden Standort dauerhaft zu besetzen.
Wachdienst als Separatwachdienst
Der Separatwachdienst bezeichnet eine Form der Bewachung, bei der der Sicherheitsmitarbeiter ausschließlich für ein bestimmtes Objekt beziehungsweise einen bestimmten Auftrag eingesetzt wird. Er ist damit klar von anderen Bewachungsaufgaben getrennt.
Das kann insbesondere bei Unternehmen und Einrichtungen sinnvoll sein, die einen individuell auf ihr Objekt abgestimmten Sicherheitsdienst benötigen. Für die langfristige Zusammenarbeit mit einem privaten Sicherheitsanbieter ist der Separatwachdienst oft die kostengünstigste Variante.
Der Separatwachdienst kann sowohl Streifendienste wie auch den Einsatz als Standwache umfassen.
Kennzeichen des Separatwachdienstes
Ein wesentliches Merkmal ist die eindeutige Zuordnung des eingesetzten Personals zu einem bestimmten Schutzobjekt. Die Sicherheitsmitarbeiter kennen die örtlichen Gegebenheiten, Zugangsregelungen, Ansprechpartner und Sicherheitsabläufe des jeweiligen Standorts.
Das ist besonders bei komplexen Objekten von Vorteil. Dazu können beispielsweise Industrieanlagen, Logistikstandorte, Bürokomplexe, Rechenzentren oder größere Betriebsgelände gehören.
Die Mitarbeiter können gezielt auf die jeweiligen Gefahren, Sicherheitszonen und betrieblichen Abläufe eingewiesen werden.
Standwache, Streife oder Separatwachdienst?
Welche Form eines Wachdienstes geeignet ist, hängt vom individuellen Schutzbedarf ab.
In der Praxis können die verschiedenen Formen auch miteinander kombiniert werden. Beispielsweise kann ein Objekt über eine dauerhaft besetzte Pforte verfügen, während zusätzliche Streifen das Außengelände kontrollieren.
Abgrenzung: Der Unterschied zwischen Wachdienst und Objektschutz
Während der Wachdienst eine allgemeine Bezeichnung für Bewachungstätigkeiten in allen Branchen und Objektarten ist, beschreibt der Objektschutz die konkrete Security für ein bestimmtes Objekt. Gewissermaßen ist „Wachdienst“ der übergeordnete Begriff, während „Objektschutz“ eine konkrete Bewachungsform bezeichnet.



