Der Revierdienst ist eine Form der mobilen Bewachung, bei der Sicherheitsmitarbeiter mehrere Objekte oder Standorte in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Anders als bei einer Standwache befindet sich der Sicherheitsmitarbeiter dabei nicht dauerhaft an einem einzigen Objekt. Stattdessen fährt er eine festgelegte Route ab und führt an verschiedenen Standorten mobile Intervallkontrollen durch.
Der Revierdienst eignet sich für Unternehmen, die eine regelmäßige Sicherheitskontrolle zur Grundabsicherung benötigen, aber nicht in eine dauerhafte personelle Besetzung vor Ort investieren möchten. Vor allem für kleinere Einrichtungen und Betriebe ist der Revierdienst eine wirtschaftliche Alternative zu einer stationären Standwache.
Wie funktioniert der Revierdienst?
Beim Revierdienst übernimmt ein Sicherheitsmitarbeiter die Kontrolle mehrerer Objekte innerhalb eines bestimmten Einsatzgebiets. Es gibt einen sogenannten Revierplan, über den die einzelnen Kontrollfahrten koordiniert werden.
In dieser Planung ist festgelegt, welche Objekte angefahren werden, welche Bereiche zu kontrollieren sind und welche besonderen Risiken und Schwachstellen am jeweiligen Standort bestehen. Je nach Sicherheitskonzept können die Kontrollzeiten regelmäßig oder bewusst variabel gestaltet werden.
Die mobile Präsenz hat dabei zwei Funktionen: zum einen eine präventive, also abschreckende Wirkung und zum anderen die schnelle Reaktion bei Auffälligkeiten und Zwischenfällen.
Eine Sonderform der Revierkontrolle ist die City Streife, bei der öffentliche Bereiche oder Wohngebiete zu Fuß oder per Fahrzeug bestreift werden.
Was sind mobile Intervallkontrollen?
Die zentrale Leistung des Revierdienstes sind mobile Intervallkontrollen. Ein Sicherheitsmitarbeiter fährt dabei mehrere Objekte nacheinander an und überprüft diese nach festgelegten Kriterien.
Zu den möglichen Kontrollpunkten gehören beispielsweise Gebäude und Außenanlagen, Türen und Fenster, Tore und Zufahrten, Zäune und Grundstücksgrenzen, Lager- und Nebenbereiche, technische Einrichtungen, Beleuchtungsanlagen und abgestellte Fahrzeuge oder Maschinen.
Die konkrete Kontrolle richtet sich nach dem jeweiligen Objekt. Bei einer Baustelle können beispielsweise Baucontainer, Zufahrten und Materiallager im Mittelpunkt stehen. Bei einem Gewerbeobjekt werden dagegen Gebäudeeingänge, Fenster, Außenbereiche und technische Anlagen kontrolliert.
Die Kontrollen werden entsprechend den Vorgaben des Auftraggebers dokumentiert. Schäden, offene Türen, Einbruchspuren oder andere Auffälligkeiten werden anschließend an die zuständigen Ansprechpartner gemeldet.
Ablauf: Was macht ein Revierfahrer?
Eine Revierfahrt beginnt in der Regel mit der Übernahme des Dienstfahrzeugs und der notwendigen Informationen für die geplante Route. Anschließend werden die verschiedenen Objekte nach einem festgelegten Routen- und Kontrollplan angefahren.
Ein typischer Ablauf sieht folgendermaßen aus:
1. Übernahme des Auftrags
Der Sicherheitsmitarbeiter erhält ein Briefing über die zu kontrollierenden Objekte, besondere Vorkommnisse und aktuelle Anweisungen.
2. Anfahrt zum ersten Objekt
Das Objekt wird mit einem Dienstfahrzeug angefahren. Die Lage vor Ort wird entsprechend den vereinbarten Vorgaben dokumentiert.
3. Kontrolle des Standorts
Der Mitarbeiter überprüft die vorgegebenen Bereiche. Dazu gehören beispielsweise Zugänge, Gebäudehülle und Außenanlagen.
4. Feststellung und Dokumentation von Auffälligkeiten
Wenn der Revierfahrer Beschädigungen, offene Türen oder andere Unregelmäßigkeiten feststellt, muss er diese dokumentieren und ggf. Maßnahmen anstoßen.
5. Weiterfahrt zum nächsten Objekt
Nach Abschluss der Kontrolle wird das nächste Objekt der Revierroute angefahren. Je nach Länge seiner Schicht fährt der Revierfahrer die verschiedenen Objekte mehrfach in vorgegebenen Abständen an.
6. Abschluss der Route
Nach der Kontrolle aller vorgesehenen Standorte werden die relevanten Ereignisse und Ergebnisse entsprechend den betrieblichen Vorgaben dokumentiert.
Bei besonderen Vorkommnissen greifen Kriseninterventionspläne. Welche Maßnahmen dabei jeweils erforderlich sind, richtet sich nach dem jeweiligen Auftrag und den gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Für wen lohnt sich die Revierbewachung?
Der Revierdienst kann überall dort eingesetzt werden, wo eine regelmäßige, aber keine permanente Sicherheitspräsenz erforderlich ist.
Typische Einsatzfelder für Revierdienste sind:
- Gewerbe- und Bürogebäude: Außerhalb der regulären Betriebszeiten werden Gebäude regelmäßig kontrolliert. Überprüft werden u. a. Zugänge, Fenster, Außenbereiche und Grundstücksgrenzen.
- Baustellen: Außerhalb der Arbeitszeiten sind Baustellen verwaist und damit angreifbar. Regelmäßige Kontrollfahrten sorgen dafür, unbefugte Personen fernzuhalten, Einbruchsversuche und Beschädigungen oder andere Auffälligkeiten zu erkennen und darauf zu reagieren.
- Lager und Logistikstandorte: Lagerflächen und kleinere Logistikobjekte können durch regelmäßige Kontrollfahrten gut überwacht werden. Besonders relevant sind dabei Zufahrten, Tore, Außenflächen und Gebäudebereiche.
- Gewerbeparks und mehrere Unternehmensstandorte: Unternehmen mit mehreren Standorten nutzen den Revierdienst, um den Firmenbesitz in definierten Intervallen kontrollieren zu lassen.
- Wohn- und Immobilienobjekte: Auch größere Wohnanlagen oder leerstehende Immobilien können Bestandteil einer Reviertour sein.
Kostenvorteil des Revierdienstes gegenüber einer Standwache
Ein Vorteil des Revierdienstes ist, dass er in der Regel kostengünstiger ist als das Aufstellen einer permanenten Standwache vor Ort.
Bei einer Standwache wird ein Sicherheitsmitarbeiter dauerhaft an einem bestimmten Objekt eingesetzt. Soll die Bewachung rund um die Uhr erfolgen, ist eine personelle Besetzung über alle Tages- und Nachtschichten hinweg notwendig.
Beim Revierdienst verteilt sich die Arbeitszeit eines Sicherheitsmitarbeiters dagegen auf mehrere Objekte. Er kontrolliert oft während einer Tour fünf, zehn oder mehr Standorte, abhängig von Entfernung, Kontrollumfang und vereinbarten Intervallen.
Der Kostenvorteil entsteht vor allem durch die gemeinsame Nutzung einer mobilen Sicherheitsleistung für mehrere Objekte.
Wie hoch die tatsächliche Kostenersparnis ausfällt, hängt unter anderem von der Anzahl der Objekte, den Entfernungen, der gewünschten Kontrollhäufigkeit, den Kontrollzeiten und dem individuellen Leistungsumfang ab. Ein Revierdienst ist daher nicht grundsätzlich für jedes Objekt die günstigere Lösung.
Revierdienst oder Standwache?
Die Entscheidung, welche Sicherheitsleistung am besten zum eigenen Bedarf passt, hängt vom erforderlichen Sicherheitsniveau und den bestehenden Risiken ab.
Eine Standwache ist z. B. sinnvoll für den Schutz an einer stark frequentierten Zufahrt oder in einem besonders sensiblen Objekt.
Der Revierdienst eignet sich dagegen, wenn Objekte zu günstigen Kosten grundlegend überwacht werden sollen. Er kann damit Teil des Objektschutzes werden.
Beide Modelle können auch miteinander kombiniert werden. Beispielsweise kann ein Unternehmen an einem zentralen Standort eine Standwache einsetzen, während weitere Gebäude durch mobile Revierfahrten kontrolliert werden.
Fazit: Revierdienst und seine Einsatzgebiete
Der Revierdienst ist eine flexible Form der mobilen Bewachung. Sicherheitsmitarbeiter fahren mehrere Objekte nach einem definierten Kontrollplan an und führen dort Intervallkontrollen durch. Auffälligkeiten werden dokumentiert und nach den vereinbarten Abläufen gemeldet oder bearbeitet.
Besonders interessant ist der Revierdienst für Unternehmen mit mehreren kleineren oder räumlich verteilten Objekten, bei denen eine regelmäßige Kontrolle erforderlich, eine permanente Standwache jedoch nicht notwendig oder wirtschaftlich sinnvoll ist.
Durch die gemeinsame Nutzung eines Sicherheitsmitarbeiters für mehrere Standorte hat der Revierdienst gegenüber einer separaten Standwache an jedem einzelnen Objekt deutliche Kostenvorteile, während gleichzeitig eine regelmäßige personelle Sicherheitspräsenz gewährleistet wird.
Als Sonderform der Revierstreife kommt die City Streife zum Einsatz, bei der öffentliche Anlagen durch die Präsenz von Patrouillenkräften abgesichert werden. Auftraggeber sind in diesem Fall zumeist die Kommunen.




