Was versteht man unter Notfallmanagement?
Unter der Bezeichnung Notfallmanagement werden Pläne, Strukturen und Abläufe zur Bewältigung von Notfallsituationen zusammengefasst. Es geht also darum, für den Notfall vorzusorgen – so dass im Fall des Falles schnell gehandelt werden kann. Eine wichtige Grundlage dafür ist ein strukturierter Alarmplan, der Zuständigkeiten, Meldewege und konkrete Maßnahmen festlegt.
Notfallmanagement ist in allen Bereichen notwendig: von der IT über die Produktion bis hin zu Veranstaltungsorten und Behörden. Überall dort, wo theoretisch irgendein Notfall eintreten kann, muss es ein funktionierendes Notfallmanagement geben. Dabei können je nach Einsatzbereich auch eine Gefährdungsanalyse, moderne Sicherheitstechnik und organisatorische Vorgaben nach der DIN 77200 eine Rolle spielen.
Im medizinischen Bereich versteht man unter Notfallmanagement übrigens die Notfallversorgung von Patienten.
Was gehört alles zum Notfallmanagement?
Das Notfallmanagement ist in vier Phasen unterteilt: Schadensbegrenzung, Bereitschaft, Reaktion, und Wiederherstellung. Im Rahmen der Schadensbegrenzung geht es um präventive Maßnahmen, damit Notfälle so glimpflich wie möglich ablaufen. Das kann der Einbau von Brandschutztüren sein oder auch das Absichern gefährlicher Areale mit Unfallpotenzial im Betrieb. In sicherheitsrelevanten Gebäuden kann dabei auch eine Alarmaufschaltung sinnvoll sein, damit Meldungen direkt an eine Leitstelle weitergegeben werden.
Bei der Bereitschaft geht es um das Erstellen von Plänen, was im Fall eines Notfalls zu tun ist. Darunter fallen z. B. Evakuierungspläne. Die Reaktion findet während des Notfalls statt: Es geht dabei um die Soforthilfe sowie um das Eindämmen des Problems, um weitere Schäden zu verhindern. Das können z. B. Brandbekämpfungsmaßnahmen beim Ausbruch eines Feuers sein. Dafür ist auch die Einordnung nach Brandklassen wichtig, damit geeignete Löschmittel und Maßnahmen ausgewählt werden.
Ziel der Wiederherstellung ist es, den Zustand wiederherzustellen, der vor dem Notfall herrschte. Dabei geht es auch um das Begleichen von Schäden, also um finanzielle Fragen. Direkt anschließend an die Wiederherstellung widmet man sich beim Notfallmanagement erneut der Schadensbegrenzung: Auf Basis der gemachten Erfahrungen werden präventive Maßnahmen verbessert und angepasst.
Das moderne Notfallmanagement ist also gewissermaßen ein Kreislauf.
Wer ist für das Notfallmanagement verantwortlich?
In kleinen Betrieben obliegt das Notfallmanagement oft der Geschäftsführung oder ähnlichen Führungskräften. In großen Einrichtungen und Unternehmen gibt es eigens eingestellte Notfallmanager. Deren Aufgabe ist es, für alle eventuellen Notfälle in der Einrichtung vorzusorgen. Je nach Auftrag und Verantwortungsbereich kann dabei auch eine Garantenstellung relevant werden.
Notfallmanager erstellen Notfallpläne, führen Schulungen und Notfallübungen mit der Belegschaft durch und halten sämtliche präventive Maßnahmen auf dem Laufenden. Im Notfall sind sie der erste Ansprechpartner für alle im Haus. Für schnelle Alarmierungen können dabei ein Fernalarm oder ein Pager eingesetzt werden.
Auch der Dienstausweis von Sicherheitskräften kann im Notfallmanagement eine Rolle spielen, damit Verantwortlichkeiten eindeutig erkennbar sind. In speziellen Einsatzbereichen wie der Logistiksicherheit oder bei Konzepten zur Heimverteidigung müssen Notfallpläne zudem auf die jeweiligen Risiken abgestimmt werden. Technische Melder wie ein Körperschallmelder können ergänzend helfen, sicherheitsrelevante Vorfälle frühzeitig zu erkennen.

