Was sind Brandklassen?
Brandklassen sind die Einordnung von Bränden anhand der dabei beteiligten Materialien. Diese Klassifizierung wird verwendet, um im Brandschutz festzulegen, welches Feuer mit welchem Löschmittel bekämpft werden muss. Die Brandklassen gehen von A bis F. Sie sind in der DIN EN 2 geregelt und auf gängigen Feuerlöschern aufgedruckt. Nicht zu verwechseln sind Brandklassen mit den Baustoffklassen oder den Feuerwiderstandsklassen.
Baustoffklassen, oft auch als Brandschutzklassen bezeichnet, teilen Baustoffe nach ihrem Brandverhalten ein. Die Feuerwiderstandsklasse wiederum gibt an, wie lange ein Bauteil den Flammen standhalten kann.
Die Einteilung in Brandklassen ist ein wichtiger Bestandteil moderner Sicherheitskonzepte und hilft dabei, geeignete Maßnahmen zur Brandbekämpfung und Prävention festzulegen. Im Rahmen einer professionellen Gefährdungsanalyse werden mögliche Brandrisiken frühzeitig erkannt und bewertet. Besonders in Bereichen der Logistiksicherheit spielt die richtige Einstufung brennbarer Materialien eine zentrale Rolle, um Lager- und Transportprozesse sicher zu gestalten. Ergänzend dazu sorgt ein strukturiertes Notfallmanagement dafür, dass im Ernstfall schnell und koordiniert reagiert werden kann. Ergänzend dazu sorgt ein strukturierter Alarmplan dafür, dass im Ernstfall schnell und koordiniert reagiert werden kann. Unterstützt wird dies durch moderne Sicherheitstechnik, die Brände frühzeitig erkennt und Alarm auslöst. Wie lange entsprechende Schutzmaßnahmen aufrechterhalten werden müssen, zeigt zudem der Ratgeber zur Dauer einer Brandwache.
Die folgenden Brandklassen werden unterschieden:
- A: Mit der Klasse „A“ werden Brände fester Stoffe gekennzeichnet, die vorrangig organischer Natur sind. Beispiele für solche Stoffe sind Holz, Kohle, Papier oder auch Heu. Um einen Brand der Klasse A zu löschen, sind Wasser und Löschschaum am besten geeignet.
- B: Brände von flüssigen oder sich verflüssigenden Stoffen sind in Klasse „B“ zusammengefasst. Das betrifft beispielsweise Brände von Wachs, Benzin, Lacken, Harzen oder auch Teer oder Ethanol. Auch viele Kunststoffe fallen in diese Kategorie. Das Löschmittel der Wahl für die Brandklasse B ist Löschschaum. Möglich ist auch der Einsatz von ABC-Pulver oder BC-Pulver.
- C: Mit Brandklasse C beschreibt man das Abrennen von Gasen. Das können zum Beispiel Brände unter Beteiligung von Erdgas, Wasserstoff, Propan, Methan oder Butan sein. Solche Brände müssen mit ABC-Pulver oder BC-Pulver gelöscht werden. In sicherheitskritischen Einsatzlagen können auch Reizstoffe wie CS-Gas eine Rolle spielen, gehören jedoch nicht zu den Brandklassen und sind klar von Brand- und Löschmittelklassifizierungen zu unterscheiden.
- D: Brände metallischer Materialien werden in Klasse „D“ einsortiert. Um sie zu löschen, muss man Metallbrandpulver verwenden, das auch als D-Pulver bekannt ist. Behelfsweise ist auch trockener Sand oder trockene Streu sowie trockener Zement oder Grauguss-Späne als Löschmittel verwendbar. Wasser jedoch darf bei dieser Brandklasse niemals zum Löschen eingesetzt werden.
- E: Brandklasse E ist gewissermaßen ein Sonderfall. Sie umfasst Elektrobrände in Niederspannungsanlagen. An diesen können mehrere Materialien aus anderen Klassen beteiligt sein. Diese Brandklasse wurde als eigene Kategorie vor vielen Jahren abgeschafft, da zum Löschen solcher Brände alle modernen Feuerlöscher erlaubt sind. Ein Mindestabstand von 1 m zum Brandherd ist beim Löschen aber wichtig.
- F: Unter Kategorie „F“ sind Öl- und Fettbrände zusammengefasst. Brände unter Beteiligung von Speiseölen oder Fittierfett fallen in diese Kategorie. Zum Löschen wird ein spezieller Löschschaum benötigt, der zur Verseifung der Stoffe führt. Wasser hingegen kann zu einer Fettexplosion führen und sollte tunlichst von solchen Brandherden ferngehalten werden.

