Was kostet ein Wachdienst pro Stunde? Die kurze Antwort: zwischen 18 und 58 Euro netto, je nach Service-Profil. Die lange Antwort hängt an sechs Faktoren — Schichtart, Qualifikation, Branche, Region, Zuschlägen und der Dauer der Beauftragung. Dieser Ratgeber zeigt die aktuelle Preis-Übersicht 2026, erklärt was den Mindestlohn-Sprung in der Bewachungsbranche bedeutet und liefert eine Checklist mit der Sie Angebote fair bewerten können.
Wachdienst-Kosten 2026 im Überblick — Preis-Tabelle nach Service
Die folgende Übersicht zeigt typische Stundensätze für Wachdienst-Leistungen in Deutschland, Stand 2026. Die Spannen gelten netto, vor Mehrwertsteuer (19 %) und vor Zuschlägen.
| Service | Stundensatz netto | Typische Einsatzgebiete |
|---|---|---|
| Empfangs- und Pförtnerdienst | 18-25 €/h | Bürogebäude, Verwaltung, leichte Pförtner-Aufgaben |
| Wachdienst Standard (Streife, Rundgang) | 22-30 €/h | Gewerbeparks, Lager, Wohnanlagen |
| Baustellenbewachung | 22-32 €/h | Bauphase, Werkzeug-/Maschinen-Schutz |
| Werkschutz | 25-38 €/h | Industrie, Produktion, LKW-Verladekontrolle |
| Event-Sicherheit | 25-42 €/h | Veranstaltungen, Crowd-Management |
| Hotelsicherheit / Doorman | 23-35 €/h | Hotels, Lobby-Präsenz, Nachtwache |
| Objektschutz Premium / KRITIS | 30-45 €/h | Banken, Pharma, Versicherer-HQs |
| Brandsicherheitswache | 28-42 €/h | Heißarbeiten, Bauwerke ohne BMA |
| Personenschutz / VIP-Begleitung | 40-58 €/h | Vorstände, Prominente, Behörden-Personen |
Diese Stundensätze sind realistische Marktpreise. Wer Angebote unter 18 €/h sieht, sollte vorsichtig sein — das liegt häufig unter dem Tariflohn der Bewachungsbranche und ist ein Warnsignal für Scheinselbstständigkeit, fehlende Versicherung oder unqualifiziertes Personal.
Mindestlohn Bewachungsgewerbe 2026 — was sich geändert hat
Die Wachdienst-Branche unterliegt seit 2011 einem allgemein verbindlichen Tarifvertrag (Lohn-TV der Sicherheits- und Bewachungsdienstleistungen). Der Tariflohn ist nicht der allgemeine gesetzliche Mindestlohn (15 € seit 2026), sondern ein höherer Branchen-Mindestlohn, der je nach Bundesland und Tätigkeitsstufe gestaffelt ist.
Konkret bedeutet das für die Kostenrechnung: ein Stundensatz-Anteil allein für den Lohn liegt 2026 bei rund 16-19 Euro brutto, je nach Bundesland und Aufgabe. Dazu kommen für den Arbeitgeber:
- Lohnnebenkosten (Sozialversicherung, Beiträge): ca. 25-30 % auf den Bruttolohn
- Schulungs- und Qualifikations-Kosten (§ 34a-Sachkundeprüfung, regelmäßige Auffrischung)
- Versicherungen (Haftpflicht, Berufsunfähigkeit, Vermögensschaden)
- Ausrüstung (Uniform, Bewachertaschen, Funkgerät, ggf. Hund)
- Disposition / Schichtleitung / Verwaltung
- Unternehmens-Gewinn (üblicherweise 8-15 %)
Aus all diesen Kosten zusammengerechnet ergibt sich der Stundensatz von 22-30 Euro netto für einen Standard-Wachdienst. Wenn ein Anbieter deutlich darunter liegt, spart er entweder am Lohn (Tarifbruch), an der Qualifikation oder an der Versicherung — alles drei sind ein Problem für den Auftraggeber im Schadenfall.
6 Faktoren, die den Stundensatz bestimmen
Die folgende Liste zeigt die wichtigsten Kosten-Treiber im Wachdienst — wenn Sie ein Angebot bewerten, fragen Sie konkret danach.
- Qualifikation der Fachkraft. § 34a-Sachkundeprüfung (Basis), Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (höher), Werkschutzmeister (Premium). Mehr Qualifikation = höherer Stundensatz, oft 4-8 €/h Differenz.
- Anforderungs-Profil des Einsatzorts. Bürogebäude ist günstig (Empfangsdienst). KRITIS-Objekt (Bank, Pharma) ist teurer wegen Sicherheits-Clearance + erweiterter Sicherheitsüberprüfung des Personals.
- Schichtart. Tagschicht ist Standard. Nachtschicht, Wochenend- und Feiertagsdienste haben Zuschläge (siehe nächste Sektion). Mehr-Wochen-Mandate sind günstiger pro Stunde als 1-Tages-Einsätze.
- Region / Bundesland. Bayern und Hamburg liegen 2-4 €/h über dem Bundesdurchschnitt, Sachsen-Anhalt und Thüringen 2-3 €/h darunter — abhängig vom regionalen Tariflohn.
- Mindesteinsatz und Anfahrt. Mindesteinsatz pro Schicht meist 4 Stunden (manchmal 6). Anfahrtspauschale entweder pauschal (30-60 €) oder als Anfahrts-Stunden im Stundensatz mitgerechnet.
- Vertragslaufzeit. Rahmenverträge über 12 Monate haben oft 8-15 % Rabatt gegenüber Project-/Tagessatz. 24/7-Permanent-Mandate sind günstiger pro Stunde als unregelmäßige Schichten.
Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge
Wachdienst läuft oft genau dann, wenn andere frei haben. Die Bewachungs-Tarifverträge regeln Zuschläge auf den Grundlohn — diese werden in der Regel an den Auftraggeber weitergegeben.
| Zeitraum | Typischer Zuschlag | Beispiel auf 25 € Grundpreis |
|---|---|---|
| Nachtschicht (20:00-06:00 Uhr) | 10-25 % | 27,50-31,25 €/h |
| Samstag | 10-20 % | 27,50-30,00 €/h |
| Sonntag | 25-50 % | 31,25-37,50 €/h |
| Gesetzliche Feiertage | 50-100 % | 37,50-50,00 €/h |
| Heiligabend / Silvester | 100-150 % | 50,00-62,50 €/h |
Wichtig für die Verhandlung: lassen Sie sich vorab eine Zuschlags-Tabelle vom Anbieter schriftlich geben. Sonst erleben Sie nach einer Sonntagsschicht oder über die Feiertage eine Rechnung, die deutlich über dem ursprünglich kalkulierten Tagessatz liegt.
Was kostet ein Wachdienst auf der Baustelle?
Baustellenbewachung ist einer der häufigsten Wachdienst-Einsätze in Deutschland, weil Baustellen ein hohes Diebstahls-Risiko haben (Kupferkabel, Werkzeug, Maschinen). Typische Stundensätze:
- Standard-Streife (mobile Kontrollgänge): 22-28 €/h
- Stationärer Pförtner (festes Gate): 24-32 €/h
- Brandsicherheitswache bei Heißarbeiten: 28-42 €/h
- Nachtwache durchgehend (22:00-06:00): 27-35 €/h inkl. Zuschlag
Viele Bauträger kombinieren Baustellenbewachung mit Kameratechnik und Alarmaufschaltung — das reduziert die Personalkosten um 30-50 %, weil die Anwesenheit eines Wächters durch Technik ersetzt wird (Revierdienst statt Dauerpräsenz). Eine ausführliche Konzept-Schritt-Anleitung steht im Sicherheitskonzept-Leitfaden.
Wachdienst für Events, Hotels, Industrie — typische Stundensätze
Über Baustellen hinaus haben die folgenden Branchen typische Preis-Ranges. Diese ergeben sich aus der Kombination Schichtart + Qualifikation + Risiko.
- Event-Sicherheit: 25-42 €/h. Crowd-Management, Einlasskontrolle, Brandsicherheitswache bei Pyrotechnik. Mehrtages-Festivals kosten pro Schicht weniger als Einzel-Events.
- Hotelsicherheit / Doorman: 23-35 €/h. Nachtportier-Funktion, Lobby-Präsenz, Deeskalation. Tendenz Premium-Hotels in Großstädten höher.
- Industrie-Werkschutz: 25-38 €/h. LKW-Verladekontrolle, Werksfeuerwehr-Koordination, Sicherheits-Schleusen. KRITIS-Industrie (Pharma, Energie) am oberen Ende.
- Empfangsdienst Konzern: 22-30 €/h. Mehrsprachige Kompetenz und Sicherheits-Clearance.
- VIP-Personenschutz: 40-58 €/h. Vorstands- oder Prominenten-Begleitung. Bei Auslandsreisen deutlich höher.
Goldeneye stellt Stadt-LPs für die einzelnen Service-Bereiche in Frankfurt, Berlin und Hamburg mit konkreten regionalen Stundensätzen bereit.
So bewerten Sie ein Angebot fair — 7-Punkt-Checklist
Wenn Sie drei Angebote von Wachdienst-Anbietern vergleichen, gehen Sie diese sieben Punkte durch — sie zeigen ob das Angebot seriös und vollständig ist.
- Tariflohn nachweisbar? Lassen Sie sich bestätigen, dass der Anbieter den Lohn-Tarifvertrag der Bewachungsbranche einhält. Stundensätze unter 18-20 € netto sind ein Warnsignal.
- Qualifikation des Personals? § 34a-Sachkunde ist Basis. Bei sensiblen Einsätzen Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft oder Werkschutzmeister erfragen.
- Versicherung in welcher Höhe? Betriebshaftpflicht mindestens 5 Mio €, Vermögensschaden-Haftpflicht ab 250.000 € erwartbar.
- Zuschlags-Tabelle schriftlich — siehe Nacht/Wochenend/Feiertag-Sektion oben.
- Mindesteinsatz und Anfahrt — wie viele Stunden minimum, wie kalkuliert?
- Schichtleitung / Disposition — wer ist Ansprechpartner bei Ausfall? Bei größeren Mandaten Schichtleiter vor Ort.
- Zertifizierungen — DIN 77200, ISO 9001:2015, BDSW-Mitgliedschaft, HPQR-Präqualifizierung für öffentliche Aufträge. Diese sind keine Dekoration, sondern Voraussetzungen für seriöse Vergabe.
Wer einen mehrjährigen Rahmenvertrag verhandelt, hat Spielraum für Rabatte: 24/7-Mandate, Multi-Standort-Mandate oder lange Laufzeiten erlauben Stundensatz-Reduktionen von 8-15 % gegenüber Projekt-Sätzen.
FAQ — die häufigsten Fragen zu Wachdienst-Kosten
Warum kostet ein Wachdienst 25 €/h, wenn der Mindestlohn doch nur 15 € ist?
Der gesetzliche Mindestlohn (15 € seit 2026) gilt nicht für die Bewachungsbranche — hier gilt der allgemein verbindliche Lohn-Tarifvertrag mit höheren Tarif-Stundenlöhnen (16-19 € brutto je nach Bundesland und Stufe). Auf den Lohn kommen Lohnnebenkosten (25-30 %), Versicherungen, Ausrüstung, Disposition und Unternehmens-Marge — daraus ergeben sich die 22-30 €/h Standard-Stundensatz. Wer deutlich darunter anbietet, spart an Lohn, Qualifikation oder Versicherung.
Wie lang ist der Mindesteinsatz?
Üblich sind 4 Stunden Mindesteinsatz pro Schicht, bei manchen Anbietern 6 oder sogar 8 Stunden. Wenn Sie nur 2 Stunden Wachdienst brauchen (etwa für eine kurze Veranstaltung), zahlen Sie trotzdem den 4-Stunden-Mindestsatz. Klare Klärung im Angebot ist wichtig.
Werden Anfahrtskosten extra berechnet?
Bei lokalen Anbietern oft nicht (inkludiert im Stundensatz). Bei überregionalen Einsätzen entweder Anfahrtspauschale (30-100 €) oder Anfahrts-Stunden zum reduzierten Stundensatz. Lassen Sie sich das vor Auftragsschluss schriftlich bestätigen.
Brauche ich für einen Wachdienst eigene Versicherung?
Nein, die Versicherungen liegen beim Wachdienst-Anbieter (Betriebshaftpflicht, Vermögensschaden-Haftpflicht). Im Schadenfall haftet der Anbieter — vorausgesetzt, er hat eine ausreichende Deckung. Lassen Sie sich die Versicherungssumme im Vertrag bestätigen.
Was kostet ein Wachdienst für eine Nacht?
Bei einem typischen Stundensatz von 25 € und einer 10-Stunden-Nachtschicht (20:00-06:00) mit 20 % Nachtzuschlag liegen die Kosten bei rund 300 € netto. Plus Mehrwertsteuer 19 % macht das ca. 357 € brutto pro Nacht. Bei Wochenenden und Feiertagen entsprechend mehr.
Kann ich einen Wachdienst auch für nur einen Tag buchen?
Ja, einmalige Einsätze sind möglich. Pro Tag ist allerdings ein Aufschlag von 10-20 % gegenüber dem regulären Stundensatz üblich, weil die Disposition für einen Einzel-Einsatz aufwendiger ist. Bei mehreren Tagen oder Rahmenverträgen sinkt der Stundensatz wieder.
Wie lange im Voraus muss ich einen Wachdienst buchen?
Geplante Einsätze sollten 2-7 Werktage Vorlauf haben — dann kann der Anbieter sauber disponieren. Kurzfristige Einsätze (innerhalb von 24 h) sind bei seriösen Anbietern mit Personal-Pool möglich, kosten aber oft 15-25 % Aufschlag.
Worauf muss ich bei der Mehrwertsteuer achten?
Wachdienst ist ein gewerblicher Service und unterliegt der vollen Mehrwertsteuer von 19 %. Bei einem Stundensatz von 25 € netto entspricht das 29,75 € brutto. Wenn Sie als Unternehmen vorsteuerabzugsberechtigt sind, holen Sie diese 19 % bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung zurück — die Netto-Kosten bleiben dann effektiv.
Wenn Sie ein konkretes Angebot brauchen
Goldeneye stellt seit über 20 Jahren bundesweit Wachdienst-Leistungen — von der Standard-Streife bis zum KRITIS-Werkschutz. Wachdienst, Objektschutz und Baustellenbewachung mit 180 geprüften Fachkräften, DEKRA-zertifiziert nach DIN 77200 und ISO 9001:2015. Für ein konkretes Angebot mit transparenten Stundensätzen und Zuschlags-Tabelle, ohne Mindest-Vertragslaufzeit und ohne Grundgebühr, erreichen Sie uns über das Kontaktformular.
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